ARTIST STATEMENT

RÄUME DER FLÄCHE.

Was hier kontrastartig aufscheint, ist nicht die Betonung eines besonderen Details im Rahmen eines touristischen Blickmotivs.
Aus dem Zusammenhang gewohnter Perspektiven gelöst, montiert Martina Stock Ausschnitte ihrer eigenen Sichtweise, des Selbstgesehenen und Ausgewählten, aneinander und lässt so das, was wie selbstverständlich unserer Umgebung ausmacht, als bloße Struktur erscheinen. Es sind Flächen, die den Raum plötzlich ins Zweidimensionale überführen. Und es ist wohl der Prozess der Umwandlung der schließlich das Vereinzelte als Gesamteindruck wiedergibt.
 
Entscheidend ist der eigenen Standpunkt, der durch ein Spiel von Nähe und Distanz gekennzeichnet wird. Der Ausgangspunkt ist sowohl von Produzenten-, als auch Rezipientenseite das subjektive Erleben: selbstaufgenommene Fotografien, dem eigenen Blick folgend, werden bearbeitet und zerlegt, neu zusammengesetzt, mit einer malerischen Rakelführung gedruckt und schließlich als Raumkonzept erfahrbar gemacht, in dem sich Annäherung und Entfremdung abwechseln.
 
Neben der Tätigkeit als bildende Künstlerin, ist Martina Stock auch Harfenistin. 
Hier spielt sie solo oder setzt audiovisuelle Performances in Europa als auch in Asien in Form einer multimedialen Rauminstallation mit Serigrafie, Harfe und einer Zwischenkomponente wie zum Beispiel Spiegel, leuchtende Siebe oder Neue Medien um. Klänge und Bilder interagieren und werden „audiovisuell“ für den Betrachter 
dargelegt. Es entwickelt sich ein Dialog aus 
Bild, Musik, Licht, und Raum – ein facettenreiches Gesamtkunstwerk entsteht.
Projekte wie DER BLAUE EROS, DER ROTE MORPHEUS, 
THE WHITE MOUNTAIN AND TEH RED RISING SUN, ES KLAPPERT DIE MÜHLE waren einige dieser Art.
 
Hier werden zwei traditionelle Kunstformen kombiniert und in einem neuen Kontext gesetzt.
Eine neue Interpretation von Siebdruck und Harfe.
 
„Analoge Tradition mit digitalen Praxen“ zu verbinden, bilden den Grundtenor dieser Projekte.
Ihr Konzept regt auch zur Reflexion über die Frage an, welche Wahrnehmung sich aus einer Verbindung aus Bild und Ton ergibt.


Eines dieser Projekte ist „100 FEMALE VOICES - Portraits der bedeutendsten Künstlerinnen aus 100 Jahren Salzburger Festspiele“, welches am 20. August 2020 in der Kollegienkirche in Salzburg eröffnet wird. (aufgrund COVID19 verschoben auf August 2021).
 


Martina Stock ist bildende Künstlerin, Harfenistin und Komponistin und lebt und arbeitet in Berlin und Salzburg.